Nicht das, was ich greifen kann, bestimmt das Spielen, sondern die Welt, die ich mir frei hinter dem Greifbaren vorstelle. Seien es Spielregeln oder fiktive Situationen. Somit ist der Inhalt des Spielens etwas Ideelles, das sich mit dem Spielzeug, seinem materiellen Pendant, verbindet oder von ihm ausgelöst wird. Die Fantasie, die mit dem Spielen verbunden ist, ist wie eine natürliche Übung für das Kind wie den Erwachsenen. Sie baut Fähigkeiten auf, die in der Kunst und in der Wissenschaft bestimmend sind. Auch dort finde ich die Wirklichkeit der greifbaren Welt erst in ihrem ideellen Inhalt. Die hier dargestellten Initiativen nehmen diese Rolle des Spielen ernst. Jonas Lismont
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“Der frei gestaltende Geist des Kindes formt aus einem Stück Holz, das ein paar Punkte und Striche für Augen, Nase und Mund hat, eine menschliche Figur. Wenn das Kind aber eine möglichst schön geformte Puppe bekommt, so hat es etwas, woran es gebunden ist; daher haftet dann die innere Geisteskraft an dem, was schon da ist, und wird nicht zur eigenen Tätigkeit herausgefordert – sie ist gebunden –, und damit geht die gestaltende Fantasiekraft für das spätere Leben überhaupt fast verloren.”
Bild: Jakob Owens/Unsplash